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Allergie – Erkrankung und Therapie

Kreuzallergien

Manche Allergene sind in ihrem Aufbau anderen Allergenen sehr ähnlich. Reagiert der Körper auf eines dieser Allergene , führt auch der Kontakt mit dem ähnlichen anderen Allergenen zu einer Überreaktion. Ein bekanntes Beispiel hierfür wären Birkenpollen und Apfel sowie Beifuß-Pollen und Sellerie.

 

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Allergien bei Kindern

Die Veranlagung zu allergischen Erkrankungen ist vererbbar: Ist ein Elternteil allergisch belastet, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind Träger dieser Erbanlage ist, ca. 25%. Sind beide Elternteile Allergiker, beträgt das Risiko für das Kind schon ca. 50%. Ist ein Geschwister allergisch, liegt es bei 25-30%. Aber auch wenn keiner in der Familie eine Allergie aufweist, beläuft sich 

das Risiko für ein Kind, Allergiker zu sein, trotzdem auf 5-15%. Mehr als ein Viertel aller Kinder sind heutzutage von einer Allergie betroffen!

Der erste Kontakt des Neugeborenen mit potentiellen Allergenen erfolgt über den Magen-Darm-Trakt und über die Haut. Wichtige Allergene im Säuglingsalter sind Kuhmilch, Hühnerei, Erdnuss, Obst und Fisch. Kinder aus belasteten Familien sollten daher in den ersten 6 Monaten keine Kuhmilch oder Fruchtsäfte sowie keine Beikost erhalten.

Als wirksamster Schutz vor Allergien wird das Stillen über 4-6 Monate empfohlen. Sollte Stillen nicht möglich sein, kann auf so genannte Hypoallergene Säuglingsmilch zurückgegriffen werden.

Im Laufe der Zeit kann sich aus einer frühen Nahrungsmittel-Allergie eine Inhalationsallergie entwickeln. Das heißt, das Kind reagiert jetzt auf Allergene, die über die Atemluft eingeatmet werden, allergisch.

Ca. 6% der Neugeborenen entwickeln eine Allergie auf Hühnereiweiß. Von diesen Kindern reagieren im Alter von 3 Jahren ca. 46% allergisch auf Hausstaubmilben und mit 5 Jahren leiden ca. 40% von ihnen an Asthma! Dieser Verlauf wird häufig auch als Allergie-Karriere bezeichnet.

Entscheidend ist demzufolge eine frühzeitige Diagnose. Liegt ein familiäres Risiko vor, sollten Sie so früh wie möglich z.B. zu einem Allergologie- Erfahrenen HNO-Arzt gehen und sich individuell beraten lassen, auch bezüglich vorbeugender Maßnahmen.

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Info
»Nach heutigem Stand der Wissenschaft beruht das Auftreten  allergischer Erkrankungen auf einer Interaktion zwischen genetischen Faktoren und verschiedenen Umweltprozessen, wobei letztere dabei eine große Rolle spielen.« 

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Behandlung bei nachgewiesener Allergie

Allergenkarenz,das Vermeiden des Stoffes, der die Allergie auslöst, ist die einfachste und sicherste „Therapie“. Bei einzelnen Allergenen, z.B. einem  bestimmten, bekannten, nicht alltäglichen Lebensmittel z.B. exotische Frucht  oder einem bestimmten Tier, ist dies mehr oder weniger leicht möglich. Bei  anderen, wie z.B. einer Hausstaubmilben- Allergie ist dies nur teilweise möglich, in dem durch Bett-Zwischenbezüge Encasing die an den Patienten gelangende  Allergenmenge reduziert wird. Dies ist in einem Teil der Fälle eine ausreichende Behandlung.Bei einer Allergie auf Pollen z.B. Birke, Gräser ist eine Allergenkarenz je nach Jahreszeit nicht möglich.

Medikamente

Medikamente können eine Allergie nicht heilen, lindern aber die Symptome. Es stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung: Antihistaminika: Sie verhindern die Wirkung von Histamin Hauptauslöser der Allergie-Beschwerden oder schwächen sie zumindest ab. Cromoglicinsäure: dieser Wirkstoff stabilisiert die Mastzellen und verhindert die Ausschüttung von Botenstoffen wie Histamin. Das Medikament wirkt nur bei rechtzeitiger Anwendung, schon bevor sich die eigentlichen Beschwerden bemerkbar machen,  es ist somit nicht geeignet, um akute Beschwerden zu lindern. Kortison: Es hat eine sehr gute antientzündliche Wirkung und ist das am besten wirkende Medikament bei Allergien. Bei örtlicher, z.B. nasaler Anwendung als Spray, die oftmals ausreichende Wirkung zeigt, ist diese Behandlung sehr nebenwirkungsarm und sicher, da eine nennenswerte Aufnahme in den Blutkreislauf/Körper nicht stattfindet. Die Angst vor Nebenwirkungen ist somit in der Regel unbegründet!

Hyposensibilisierung

Ziel einer Hyposensibilisierung ist es, den Körper an ein bestimmtes  Allergen zu „gewöhnen“, die Toleranz zu steigern.

SCIT Subcutane Immuntherapie: Allergenextrakte werden in ansteigenden Dosierungen unter die Haut gespritzt. Die Dauer der Therapie hängt unter anderem davon ab, wie gut der Patient das verabreichte Allergen verträgt und wie schnell sein Körper auf die Therapie reagiert. In der Regel dauert eine erfolgreiche Hyposensibilisierung mindestens 3 Jahre. Die Zeit der Aufdosierung auf die Erhaltungsdosis hat sich in den letzten Jahren für viele Allergenlösungen deutlich verkürzt, die Behandlung kann deshalb zunehmend besser in den Berufsalltag integriert werden. 

SLIT

Die Allergenlösung wird unter die Zunge getropft. Die Nebenwirkungen sind in der Regel geringer als bei der SCIT. Die Langzeitergebnisse sind in ihrer Wirksamkeit nachweisbar, allerdings noch nicht so sicher beurteilbar, wie bei der subcutanen Methode. 

Ergänzend gibt es seit einigen Jahren auch Tabletten als Allergenpräparat, bisher nur gegen Gräser-Allergene.

Die Entscheidung für eine Hyposensibilisierungs -Behandlung kann bei entsprechender Beschwerdesymptomatik nur nach fundierter Diagnostik und ausführlichem Gespräch mit dem Patienten getroffen werden.


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